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Playmobil
Die Systemspielzeugmarke
existiert seit 1974 und entstand infolge der Erdölkrise.
Aufgrund der Verknappung des Rohmaterials suchte man
seinerzeit nach Alternativen, um mit weniger
Kunststoffeinsatz mehr Wert zu schöpfen. Erstmals wurde
das Spielzeug im Jahre 1974 auf der Spielwarenmesse in
Nürnberg vorgestellt. Seitdem entwickelte sich daraus
eine beeindruckende Erfolgsstory, die den fränkischen
Hersteller geobra Brandstätter zum umsatzstärksten
Spielwarenunternehmen Deutschlands machte. Der
Jahresumsatz weltweit belief sich in 2006 auf rund 380
Millionen Euro. Die Faszination der kleinen Figuren mit
den Kugelgesichtern hat sich mittlerweile über den
gesamten Globus verbreitet. Insgesamt sind in der über
30 jährigen Geschichte des Systemspielzeugs mehr als
zwei Milliarden
Playmobil-Spielfiguren in die
Kinderzimmer dieser Welt gelangt.
Charakteristikum der Figuren ist ihre Schlichtheit.
Kopf, Perücke, Rumpf, bewegliche Arme und Beine sind
ihre grundlegenden Bestandteile. Des Weiteren sind die
Hände beweglich und so konstruiert, dass sie Gegenstände
halten oder Steuerungs- und Bedienelemente von
technischem Spielgerät fassen können. Zusätzliche
Applizierungen geben ihnen funktionellen Charakter, sei
es als Polizist, Doktor oder Feuerwehrmann.
Jede Figur ist Teil einer
oder mehrerer Spielszenen, die neben den Figuren
weiteres Spielmaterial bereithält, um die Figuren ihrer
Bestimmung entsprechend in Szene setzen zu können. Der
Feuerwehrmann braucht ein Feuerwehrauto und anderes
Löschgerät, der Doktor gehört in eine Praxis oder ist
gar Teil eines ganzen Krankenhauses. Hier finden sich
dann weitere Charaktere wie Klinikpersonal,
Krankenschwestern und Patienten. Selbstverständlich sind
die Ausstattungen von Krankenzimmern mit Betten und
Beistelltischen ebenso systembildend, wie das
vorgeordnete Rettungswesen mit Notfallfahrzeugen und
Sanitätern.
Reduziert werden die
Spielwelten auf Merkmale aus der Wahrnehmungswelt 4 – 8
jähriger Kinder. Ein
Arbeiter im Straßenbau fällt immer
durch orangefarbene Signalkleidung auf und entsprechend
sind auch die Spielfiguren mit derartiger Kleidung
versehen. Selbstverständlich gehört der Schutzhelm
ebenso dazu wie auch Gehörschützer in den Szenen, wo
lärmende Baumaschinen bedient werden. Auf Details wird
ganz bewusst dort verzichtet, wo sie das Verständnis und
Ausdrucksvermögen der Zielgruppe überfordern würden.
Insofern gilt das Systemspielzeug als pädagogisch
unbedenklich und regt die Fantasie der Kinder zum
Nachstellen von wahrgenommenen Szenen aus der Welt der
Erwachsenen an.
Das Spielzeug stellt eine
Bilderbuchwelt dreidimensional dar, um den Kindern
Begrifflichkeiten anhand von typischen Szenen
nahezubringen. Die Figuren selbst sind unabhängig vom
jeweiligen Geschlecht archetypisch, so dass jeder
Erwachsene und auch jedes Kind sie sofort als
Playmobil-Spielfigur identifizieren kann. Dies ist eines
der Erfolgsrezepte der Marke.
Was den Kleinen recht ist,
ist den Großen billig, denn die Figuren samt
Spielszenenzubehör wecken geradezu Sammelleidenschaft.
Eine große Fangemeinde aus gar nicht mehr so kleinen
Erdenbürgern sammelt, tauscht und handelt mit mehr oder
weniger raren Spielfiguren aus der 30-jährigen
Geschichte des Systems. Vergleichbar ist dieses Phänomen
allenfalls mit Figurenserien aus Überraschungseiern
eines namhaften Süßwarenherstellers.
Spielfiguren und –material werden aus
Kunststoffspritzguss hergestellt. Der Werkstoff ist
besonders beständig und garantiert eine lange
Lebensdauer von Spielfiguren und Zubehör.
Produktionsstätten finden sich in Dietenhofen nahe des
Firmensitzes in Zirndorf, auf Malta, in Spanien sowie in
Tschechien. Am Firmensitz ließ das Unternehmen im Jahre
2000 einen Playmobil-Funpark errichten, einem
Freizeitpark mit Themen aus der Welt von Playmobil.
Weitere Funparks sind seitdem in europäischen Länden und
den USA hinzugekommen. Im Spielwarensegment ist
Playmobil ein der Klassiker schlechthin geworden, der
wohl noch viele Generationen von Kindern begeistern
wird.
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