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Monopoly Ausgezählt
Monopoly – das steht für eine 70jährige Erfolgsstory. Nicht nur in
Bezug auf die Markenbekanntheit – die Anerkennung spiegelt sich auch
in den Verkaufszahlen wider. Und mittlerweile ist das Monopoly
Phänomen ein Internationales: Das Spiel um Mieten, Monopole und
Moneten gibt es in 80 Ländern und 26 Sprachen zu kaufen. Über 750
Millionen Menschen weltweit haben bereits einmal spielerisch
„geschachert“. Den zählbaren Monopoly-Errungenschaften ist dieses
Kapitel gewidmet. Wie sieht es mit den Verkaufszahlen aus? Wie viele
Menschen kennen Monopoly? Wie teuer war das wertvollste Monopoly,
das jemals hergestellt wurde? Das Kapitel gibt aber auch Antworten
auf die Frage, welche Strategien den Hobby-Spekulanten zum Sieg
verhelfen könnten und welche mathematischen Überlegungen diesen
Taktiken zugrunde liegen. Welche Straßenzüge sollte der Spieler am
besten kaufen, um am meisten Miete einzuheimsen? Und wann rentiert
sich der Kauf einer bestimmten Straße? Oder lohnt es sich am Ende
gar nicht, einer bestimmten Strategie zu folgen? Dass Monopoly auch
in engem Zusammenhang mit Finanzriesen wie Bill Gates oder Rupert
Murdoch steht, zeigt dann der letzte Teil des Kapitels.
Der Monopoly-Erfolg in Zahlen
Eine Partie Monopoly ist auch heute – 70 Jahre nach seiner Erfindung
- fester Bestandteil eines gemütlichen Spieleabends. Die offiziellen
Verkaufszahlen belegen es: In 2004 wurde das klassische Monopoly
nicht nur zum bestverkauften Familienspiel wie in vielen Jahren
zuvor, es war auch das am häufigsten verkaufte Spiel Deutschlands
überhaupt. Betrachtet man den Bereich der klassischen deutschen
Familienspiele, machen die Monopoly-Verkäufe im Durchschnitt ein
Viertel des Gesamtumsatzes aus. Seit Beginn der Erfolgsstory im
Jahre 1935 wurden hierzulande etwa 20 Millionen Monopoly Spiele
verkauft.
Und auch kurz vor seinem siebzigsten Geburtstag führt der Klassiker
die Hitliste der Topseller weltweit an! Seit der Geburt von Monopoly
wurden unglaubliche 250 Millionen Exemplare verkauft. Würde man
sämtliche Spielbretter dieser bislang verkauften Monopolys
aneinander legen, könnte man hiermit gut dreimal den Erdball
umrunden. Von den begehrten grünen Spielzeughäusern wurden 8,25
Milliarden gefertigt.
Die Marke Monopoly hält kontinuierlich einen Marktanteil von
durchschnittlich vier Prozent am traditionellen deutschen
Gesamt-Spielmarkt. Kaum eine Marke ist so bekannt wie diese: fast
jeder Deutsche kennt das Spiel, in den USA ergab eine Befragung
sogar eine Markenbekanntheit von 97 Prozent.
Monopoly ist immer aktuell und auf dem neusten Stand. So erschienen
allein in den vergangenen Jahren europaweit 34 verschiedene
Sondereditionen zu aktuellen Themen. Gesellschaftliche Editionen wie
„Monopoly Star Wars“ oder „Monopoly Herr der Ringe“ spiegeln Trends
des Zeitgeschehens wider. Sportlich geht es bei der Monopoly „FC
Bayern München-„, „FC Barcelona-„ und der „World Cup-Edition“ zu,
während Monopoly Weltreise oder Monopoly Europa auf spielerische
Sightseeing-Tour einladen.
Monopoly als Luxusgut
Wahre Fans greifen für das Produkt ihres Interesses auch einmal
gerne tiefer in die Tasche. Monopoly wurde dabei in der
Vergangenheit bereits ein paar Mal zu einem regelrechten Luxusgut:
Eines der ersten von Darrow angefertigten Spiele wechselte vor
einigen Jahren für stolze 22.000 US-Dollar den Besitzer. Doch damit
nicht genug: Das exklusivste Spiel bot der Amerikaner Alfred Dunhill
mit Häusern und Hotels aus Silber und Gold für unglaubliche 25.000
US-Dollar an. Dies sind aber Peanuts im Vergleich zum Modell des
kalifornischen Juweliers Sydney Mobell, das für eine Million
US-Dollar über die Ladentheke ging. Das dazugehörige Spielbrett ist
aus purem, 18-karätigem Gold. Die Spieler ziehen mit goldenen
Figuren umher, erwerben mit Juwelen besetzte Häuser und Hotels und
würfeln mit einem Goldwürfel, der mit Diamantzahlen verziert ist, um
ihr Glück.
Glück oder Strategie?
Angesichts der bleibenden Attraktivität und Beliebtheit des
spielerischen Geldeintreibens stellt sich die Frage: Gibt es
Strategien, die einem Hobby-Spekulanten zum Sieg verhelfen, oder ist
Monopoly nur ein Glücksspiel? Die amerikanische Psychologin Joyce
Brothers hat hierzu folgende Erklärung: "Es erfordert so viel
Geschicklichkeit, dass sich der Sieger schmeicheln darf, der beste
Spieler zu sein. Und es hängt doch so weit vom Glück ab, dass der
Verlierer sein Pech auf die Würfel schieben kann."
Der ehemalige deutsche Monopoly-Meister Klaus Armbrüster aus Worms
meint, man solle sich nicht zu sehr auf eine bestimmte Taktik
verlassen. Bei Monopoly hätten die Spieler eigentlich nur eine
Siegchance, wenn sie nach dem Prinzip „Alles oder nichts“ spielten.
Trotzdem verfolgt Armbrüster bei jeder Partie die gleiche Strategie:
"Ich kaufe immer die hellblauen Straßen, etwa die Poststraße und die
braunen Felder wie die Berliner Straße." Dies sei eine Frage der
Wahrscheinlichkeit: Die Spielfiguren landen häufig im Gefängnis und
auf dem Los-Feld – Schuld daran sind die Gemeinschaftskarten „Rücke
vor bis auf Los“ und „Gehe in das Gefängnis“. Nach dem Verlassen
dieser Punkte sei es anzunehmen, dass die Figuren auf diesen
Straßenzügen einkehren.
Wie also sollten die Spieler bestmöglich die 175 US-Dollar
einsetzen, die sie in der US-Version durchschnittlich bei jeder
Runde Monopoly verdienen? Zahlreiche Mathematiker und Analytiker
haben sich bereits mit dem Problem der Wahrscheinlichkeiten beim
Monopoly beschäftigt. Alle sind sich einig, dass die roten Straßen
zusammen genommen die meist besuchten Spielfelder sind. Und wer
öfter eine Partie Monopoly spielt, dem dürfte schon einmal
aufgefallen sein, dass er deutlich häufiger auf dem Opernplatz
landet als auf der Parkstraße. Genau genommen ist die
Wahrscheinlichkeit 48 Prozent höher, dass ein Spieler über einen
längeren Zeitraum gemessen auf den Opernplatz kommt, als ein Besuch
auf der Parkstraße. Die Aussicht, auf den braunen Straßen zu landen,
ist ebenfalls sehr hoch, dicht gefolgt von den pinken - und grünen
Feldern. Das am häufigsten besuchte Feld ist im Übrigen das
ungeliebte „Gefängnis“. Aber auch hier kann ein Aufenthalt
segensreich sein, reduziert er doch im späteren Verlauf dadurch die
Chance, auf ein gegnerisches Feld zu kommen und horrende Mieten
zahlen zu müssen. Im Verlauf des anfänglichen Spielgeschehens
sollten die Spieler allerdings darauf achten, dass sie sich
schnellstens aus dem Gefängnis frei kaufen, um möglichst viele
Straßen erwerben zu können.
Die Rentabilität der gekauften Straßen ist eines der obersten
Gebote, um das Spielziel – die anderen in den Bankrott zu treiben –
zu erreichen. Damit diese gewährleist ist, errichten Immobilienhaie
schnellstmöglich drei Häuser auf ihren Feldern. Denn erst die Miete,
die der Hausbesitzer für drei Eigenheime einheimst, steht im
Verhältnis zum anfänglichen Kaufpreis.
Werden einmal die Häuser knapp, sollte der Stratege die restlichen,
zum Kauf ausstehenden grünen Bauten schnellstmöglich erwerben. Dies
führt zu einer weiteren Verknappung der kleinen Häuschen. Die Folge:
Keiner der Gegenspieler kann weitere Hotels bauen, da er die Häuser
für den Kauf eines Hotels benötigt. Kaufen die Häuslebauer dagegen
Hotels, geben sie im Gegenzug Häuser an die Bank zurück. Diese
stehen dann wiederum anderen Spielern zur Verfügung, die dann selbst
Hotels errichten und somit mehr Miete verlangen können. Die
Strategie, Häuser zu verknappen, sollten besonders die Besitzer von
günstigen Straßen mit ebenso preiswerten Mieten beherzigen, damit
die Gegenspieler mit großem Besitz nicht vollständig expandieren und
somit zu Monopolisten werden können.
Dass bei einer Partie Monopoly sehr viel Taktik im Spiel ist kann
Angela Rietdorf, Organisatorin der regionalen und deutschen Monopoly
Meisterschaften, die alle vier Jahre stattfinden, nur bestätigen.
„Bei den Meisterschaften setzen sich in erster Linie die erfahrenen
„Monopolisten“ durch, die nach einer bestimmten Strategie spielen“,
sagt die Expertin. Sicherlich spiele das Würfelglück auch eine
Rolle, aber dies eben nur begrenzt.
Bei einer Partie Monopoly mit mindestens drei Spielern ist es sehr
ratsam zu handeln, wann immer der Spieler eine Straße der gleichen
Farbe bekommen kann, um dann den gesamten Straßenzug dieser Couleur
zu besitzen – egal, ob er hierbei einen kleinen Verlust erleidet
oder nicht. Gibt er einem Kontrahenten im Gegenzug eine Karte, die
wiederum einen seiner Straßenzüge komplettiert, schaden beide
Handelnden zumindest einem weiteren Spieler, da dieser nun an beide
horrende Mieten zahlen muss.
Taktisches Geschick ist also auch bei Monopoly gefragt – denn was
nützt ein Hotel mit den höchsten Mieten, wenn ein Gegenspieler kaum
auf das dazugehörige Feld gelangt? Oder wenn er Straßen ohne Häuser
erwirbt, deren Kaufpreis niemals im Verhältnis zur Mieteinnahme
stehen wird? Es gibt die verschiedensten Strategien, Monopolist zu
werden und die Gegenspieler zu ruinieren – ob die Spieler sich nun
an die Wahrscheinlichkeiten, auf den einzelnen Straßen zu landen,
halten oder einfach alles auf eine Karte setzen und nach dem Prinzip
„Alles oder nichts“ spielen – einiges ist auch vom Würfelglück
abhängig. Und dieses kann man schwer vorausplanen.
Monopoly und die Finanzriesen
Ihre Monopoly-Strategie haben sich auch schon bekannte amerikanische
Top-Unternehmer wie Bill Gates, Rupert Murdoch und Michael Dell
zunutze gemacht. Alan Axelrod verfasste in Zusammenarbeit mit
zahlreichen Wirtschaftsriesen das Buch „Kaufen Sie sich die
Schloßallee – Mehr Erfolg mit der Monopoly-Strategie“. Hier erzählen
einige wirtschaftliche Größen über ihre ersten finanziellen
Erfahrungen bei Monopoly und welche Strategien sie für ihren
wirtschaftlichen Erfolg daraus entwickelt haben: Welche Vorteile es
hat, auf Sicherheit zu spielen, was die Rolle von Krediten bei
Investitionen angeht und dass ein regelmäßiges Einkommen („Geh über
Los, ziehe 200 Euro ein“) eine nicht zu unterschätzende Bedeutung
hat. Monopoly hat hier also – zwar einen spielerischen, aber dennoch
erfolgreichen – Grundstein im Leben dieser Finanzriesen gelegt.
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