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Monopoly – ein
Brettspiel schreibt Geschichte
Seit fast 70 Jahren begeistert das wohl bekannteste Brettspiel aller
Zeiten etwa eine halbe Milliarde Menschen
Was ist das für ein Spiel, das Familien seit fast 70 Jahren
begeistert? Das mittlerweile in etwa 80 Ländern und über 30 Sprachen
erhältlich ist? Dessen Name als einer der wenigen Warenzeichennamen
in den Duden einging? Das schon einigen Autoren den nötigen Stoff
für ihre Bücher bot? Dessen Spielprinzip in unzähligen Nachahmungen
abgekupfert wurde? Das weltweit bereits unzählige Fans bewog, an
offiziellen Meisterschaften teilzunehmen (unter anderem an kuriosen
Austragungsorten wie der Zugspitze)? Und das schon unzählige
Sondereditionen herausbrachte? Die Rede ist von Monopoly, dem ewig
aktuellen Evergreen aus dem Hause Hasbro, das in 2003 zum
bestverkauften Brettspiel Deutschlands wurde.
Diese Erfolge sind erstaunlich, verfolgt man die Anfänge des
beliebten Spiels. Denn der Spielverlag Parker lehnte Monopoly
zunächst ab, als Charles Darrow, ein arbeitsloser Heizungsingenieur
aus Pennsylvania, der Firma das Originalspiel von 1933 anbot. Das
Regelwerk schien zu kompliziert, und Monopoly passte nicht zum
damals gängigen Prinzip, ein Spiel müsse einen Anfang und ein Ende
haben. Angeblich attestierte das Unternehmen der Neuerfindung 52
fundamentale Fehler. Charles Darrow gab aber nicht auf: Er ließ 5000
Spiele produzieren, und per Zufall entdeckte Sally Barton, die
Tochter des Gründers von Parker, das Spiel. Ab 1935 vertrieb Parker
dann unter Leitung von Sallys Ehemann das Spiel um Macht, Mieten und
Moneten in den ganzen USA - hier gingen allein im ersten Jahr mehr
als eine Million Exemplare über die Ladentheke, und die
Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf.
Monopoly goes Europa
Schon 1935 schwappte die Monopoly Welle auch nach Europa – und zwar
nach Großbritannien. Wenig später waren auch die Deutschen vom
spielerischen Geldanhäufen begeistert: Monopoly kam hierzulande mit
Berliner Straßennamen daher, welche die Spieler mit Reichsmark
erwarben. Das Spiel sorgte jedoch für viel Furore, denn die
Nationalsozialisten lehnten es strikt ab. Goebbels ließ Monopoly
1936 aus antisemitischen Gründen verbieten.
Der wahre Grund war aber wohl, dass die Übersetzer der deutschen
Monopoly-Version das Berliner Prominenten Viertel Schwanenwerder, in
dem auch der Reichspropagandaminister ansässig war, mit Wuchermieten
auf den Spielplan übertrugen.
Auch andere so genannte Ideologen lehnten ein solch kapitalistisches
Machwerk ab. Im gesamten Ostblock existiert das Spiel offiziell erst
seit Ende der 80er Jahre. Das erste sowjetische Monopoly erschien
1988. Bis heute kommen die Bewohner Kubas, Nord-Koreas und Chinas
nicht in den Genuss des spielerischen Geldeintreibens.
Dabei eröffneten sich dem Spiel durchaus schon andere Perspektiven.
So gehörte ein spezielles weltraumtaugliches Monopoly-Exemplar zur
Grundausstattung der NASA Space Shuttles und auch während der
60tägigen Tauchzeit des Atom-U-Boots „Seawolf“ wurde um Hypotheken
und Hotels gefeilscht.
Monopoly – immer auf dem neusten Stand
Mutter aller Monopoly Ausgaben ist das heutige Zockerparadies
Atlantic City. Aber mittlerweile hat fast jedes Land sein eigenes
Spielbrett mit national bekannten Prachtstraßen. In Frankreich ist
die Pariser Rue de la Paix das, was in Spanien der Paso del Prado
und in den USA der Boardwalk ist. Nur die deutsche Edition weist
seit der Wiedereinführung nach dem Verbot durch die
Nationalsozialisten vollständig fiktive Namen auf.
Im Lauf der Zeit erschienen immer wieder zeitgemäße Sondereditionen
wie beispielsweise eine Ausgabe für Blinde, regionale Editionen wie
die bayerische Version, das Monopoly Junior, Jubiläumsausgaben wie
50 und 60 Jahre Monopoly sowie die Europa-Ausgabe. Und in diesem
Jahr gibt es ein ganz besonders Bonbon für Spielliebhaber: Mit dem
„neuen alten“ Monopoly Nostalgie dessen Spielbrett dem Original von
1935 nach empfunden ist, ist das Schwelgen in alten Zeiten perfekt.
Ein Genuss für jeden Spielefreund und Sammler!
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