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Vauban
Chronist Mittlands

 Alter: 39 Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.11.2005 Beiträge: 2221
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Tiran führte die beiden zu einer kleinen Höhle am Flußufer. Dort warteten bereits drei weitere Männer. Nach einer kurzen Begrüßung eröffnete Arn den Kriegern, dass die Schlacht um die Freiheit unmittelbar bevorstand. Die Männer nickten ernst. Auf diesen Moment hatten sie sich jahrelang vorbereitet. Tiran, den sie zu ihrem Anführer gewählt hatten, sprach dann zu Arn, „unsere Männer sind bereit. Wir werden unverzüglich zur großen Torfestung aufbrechen.“
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Vauban
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Tiran führte Arn und Lilian an den Fluss. Am Ufer lag ein kleines Fischerboot. „Nehmt das Boot. Es wird euch schnell über den Donnerfluss tragen. Geht an Land, wo sich der Donnerfluss und der Stille Bach vereinen. Richtet euch dann nach Osten, in Richtung der Feuerquellen. Nach etwa einer Stunde Fussmarsch werdet ihr einen alten verlassenen Bauernhof finden. Dort werden ausgeruhte Pferde auf euch warten. Ich wünsche euch Glück auf euren Wegen.“ Mit diesen Worten verabschiedete er Arn und Lilian.
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Vauban
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Inzwischen war es Nacht geworden. Arn und Lilian beschlossen, den Schutz der Dunkelheit zu nutzen. Gemeinsam schoben sie das Boot ins Wasser, und Arn steuerte das Boot in die Flussmitte. Dann zog er die Ruder ein, und sie ließen sich vom schnellen Strom des Donnerflusses nach Osten tragen. Lilian kauerte sich zusammen. Nach wenigen Augenblicke zeigten ihre gleichmäßigen Atemzüge, dass sie eingeschlafen war. Arn nahm eine Decke und legte sie Lilian über die Schulter.
Fortsetzung folgt ...
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Vauban
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Kapitel V.
„Einer letzten Prüfung musst du dich unterziehen, bevor du die Nomaden führen kannst.“ So hatte Orejan zu Juras gesprochen, nachdem die Nomaden ihn zu ihrem Kriegerfürsten bestimmt hatten. Orejan forderte Juras auf, ihn zu begleiten. Daraufhin folgte Juras dem Blinden, der ihn zum Dickicht des angrenzenden Dschungels führte. So sehr Juras sich auch bemühte, etwas über die bevorstehende Prüfung zu erfahren, der Älteste schwieg zu allen Fragen.
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Orejan fand sicher den Weg durch den Dschungel zu einem Tempel. Gleich einem Totenkopf erhob sich der gewaltige Tempelbau vor ihnen in den Himmel. Vögel umkreisten das alte Bauwerk. „Geh! Von hier an bist du auf dich alleine gestellt.“ Der Blinde zeigte mit seinem Stab zum Tempel. Der Eingang erinnerte Juras an einen Schlund, der ihn verschlingen wollte.
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Vauban
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Juras stieg die wenigen Stufen bis zum Eingang hinauf. Ohne zu Zögern betrat er den Tempel. Mit einem lauten Krachen fiel ein Fallgitter nach unten und verschloss den Zugang. Juras unternahm erst gar nicht den Versuch, das schwere Eisengitter zu öffnen. Instinktiv wusste er, dass es sich wieder öffnen würde, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen war. Doch dazu musste er diese Prüfung bestehen.
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Das Tempelinnere war hell erleuchtet. Durch viele Fenster strahlte das Sonnenlicht in den einzigen großen Raum des Tempels. Plötzlich hörte er ein lautes Zischen. Er drehte den Kopf in Richtung des Geräusches, und dann sah er sie. Eine riesige Schlange erhob sich vor ihm. Unablässig kam ihre Zunge aus ihrem Maul hervor. Wie gebannt schaute Juras auf das Tier.
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Mit einem Mal ging eine Veränderung im Zischen der Schlange vor sich. Juras begann Worte zu verstehen. „Ssssieh an, ssssieh an. Wir haben Bessssuch.“ „Ich bin Juras“, erhob dieser seine Stimme, wurde aber sofort von der Schlange unterbrochen. „Gemach, gemach. Wer du bisssst, isssst unwichtig. Interessssant isssst, wer du ssssein wirsssst, wenn wir mit dir fertig ssssind. Folge mir.“
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Juras folgte der Schlange weiter ins Tempelinnere. Vor einer Grube hielt sie an, wieder erhob sie sich auf ihrem Schwanz. „Ssssteige hinab in die Gruft. Deine Vergangenheit und deine Zzzzukunft warten auf dich“, zischte die Schlange. Argwöhnisch schaute Juras in die Grube. Sie war voller Schlangen. Ihre schuppigen Leiber glitten übereinander hinweg. Alle waren in Bewegung. Juras wurde an die Brandung eines Meeres bei Sturm erinnert, nur war dies hier ein Meer aus Schlangen.
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Juras tat, wie ihm befohlen, und stieg hinab in die Grube. Bereitwillig machten die Schlangen ihm Platz, ermöglichten Juras das Eintauchen in ihrem Meer. Juras bemerkte, wie die Schlangen in seine Kleider krochen, ja er vermeinte sogar ihre Bewegungen unter seiner Haut zu spüren. So als würden statt seinem Blut nun die Schlangen durch seine Adern fließen. Mit leisem Knirschen schob sich eine Steinplatte über die Grube und schloss den tapferen Mann ein.
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Es war stockdunkel in der Grube. Unaufhörlich krochen die Schlangen über Juras Körper. Aber er nahm sie nicht mehr war. Bilder tauchten vor seinem geistigen Auge auf. Bilder aus der Vergangenheit, Menschen, die seinen Lebensweg kreuzten und prägten. Menschen, die ihm in großer Not zur Seite standen. Viele von ihnen waren bereits lange tot.
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Juras verlor jegliches Gefühl für Raum und Zeit. Lag er Minuten, Stunden oder gar Tage in dieser Grube? Dann öffnete sich die Steinplatte und Licht fiel in die Grube. Steif vom liegen richtete Juras sich langsam auf. Er schaute um sich. Die Schlangen in der Grube waren verschwunden. Zu seinen Füßen lagen ein goldenes Schild und ein Speer. Er nahm Schild und Speer und kletterte aus der Grube.
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Die große Schlange erwartete ihn bereits. „Essss isssst vollbracht. Der wahre Kriegerfürsssst isssst gefunden und wird die Nomadensssstämme anführen. Ich ssssehe, du hasssst deine Gesssschenke sssschon an dich genommen. Sssso nimm denn nun auch meinssss.“ Die Schlange glitt zur Seite zum Vorschein kam eine Rüstung. Sie funkelte und glitzerte in den Sonnenstrahlen, als sei sie aus purem Gold. Der Helm glich einem Schlangenkopf mit einem weit zum Angriff geöffneten Maul.
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Als Juras das Kettenhemd anlegte, bemerkte er, dass es aus einer Schlangenhaut gefertigt war. Das Leder fühlte sich weich an. „Der Sssschild sssschützt dich vor Flammen aller Art. Der Speer trifft jedesssss Ziel, dassss du siehst. Egal wie weit entfernt essss auch isssst. Doch wisssse, diesssss vermag er nur ein einzzzzigesssss Mal. Nutzzzze diesssse Waffen weisssse.“ Die Schlange glitt näher. „Die Rüsssstung... ssssieh sssselbst, wassss ssssie vermag.“
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Vauban
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Die Schlange hatte kaum das letzte Wort gezischt, da spürte Juras ein Ziehen in seinem Körper. Er schaute auf seine Hände, es war als strahlte sein Körper aus sich heraus. Aber das Wunderbarste, das geschah, war, dass Juras rechtes Bein nachwuchs. Nach all den Jahren stand Juras nun wieder auf zwei gesunden Beinen. Juras konnte dieses Wunder kaum glauben. Auch die Rüstung selbst hatte sich verwandelt. Hartes Metall war an die Stelle des weichen Schlangenleders getreten.
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