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Kinder Software!  


Kinder Software ist Software, die zur Freude und zum Lernen für Kinder entwickelt wurde. Sie soll also den Kindern Freude bereiten und darüber hinaus (so wollen es vor allem die Eltern) die Kinder beim Lernen unterstützen, die Kreativität der Kinder fördern und diese damit in der Entwicklung ihres Lernvermögens voranbringen.

In der Fachdiskussion haben sich drei Kategorien herausgebildet, um die Arten von Kindersoftware abgrenzen zu können:

1. Da ist zunächst der problematische Begriff des Infotainment zu nennen: diese Software soll informieren und unterhalten. Der Begriff wird inzwischen auch im Erwachsenenbereich verwandt, gilt aber bei Didaktikern als verfehlt, weil er einen Gegensatz zwischen Information und Unterhaltung aufbaut, und damit eine der klassischen Fehlorientierungen unterstützt.

2. Diese Kritik trifft teilweise auch für die zweite Kategorie: Edutainment: diese Software soll zum Lernen und Spielen geeignet sein. In der Erwachsenenpädagogik ist man sich aber darüber einig, dass oft Spielen die geeignete Strategie zum Lernen ist und das wenn das nicht der Fall ist, das Spielen nicht so richtig Spaß macht.

3. Weniger umstritten ist die dritte Kategorie; Tutorenprogramme sollen die Kinder zum Üben und Trainieren motivieren. In diesen Bereich fallen eine Vielzahl von Programmen, die in der Praxis (und sogar in der Schule) sehr gerne eingesetzt werden: Lernprogramme zum Einüben einer Fremdsprache oder zum Festigen der Grammatik, Lernprogramme, die klassenspezifisch bestimmte Unterrichtinhalte wiederholen (wie Bruchrechnen in der Klasse 6

 

Was ist beim Kauf von Kinder Software zu beachten, damit die Software nicht schon nach nur kurzem Gebrauch in die Ecke wandert?

Auf diese Frage antworten manche Pädagogen sehr überzeugt: „Beachten Sie einfach das selbe, wie bei Erwachsenen!“ Während der eine das neue Aventure achtlos beiseite legt, kann der andere kaum noch zu anderen Tätigkeiten bewegt werden - Woran liegt dass?
Nun für den einen ist das Spiel eben für seine Bedürfnisse geeignet für den anderen eben nicht! Das heißt für die Praxis: man muss für die Kunden (seien es nun Kinder oder Erwachsene) die Software finden, die ihren Bedürfnissen gerecht wird.

IT-Trainer, die in Kindergruppen am PC unterrichtet haben, stimmen dem oft zu. Es ist tatsächlich so, dass schon relativ junge User starkes Interesse an Standardsoftware wie Word und Excel haben. Computerkurse an Grundschulen, die diese Software im Angebot haben, sind meist sehr gefragt. Obwohl die Kinder kaum schreiben und rechnen können, finden diese Schulungen starkes Interesse, während die scheinbar kindgerechten Programme (z.B. Malprogramme a la Paint) eher zurückhaltende Resonanz bei Kindern finden.

Woran liegt das? Nun diese Standardprodukte haben auch bei den älteren Usern deshalb eine so große Resonanz, weil sie von ihrer Konzeption her viel flexibler in den Einsatzmöglichkeiten sind. So kann man mit dem Programm Excel alle mathematischen Aufgaben angehen, die zwischen der 1. Klasse und dem Hauptseminar in der Universitätsmathematik liegen. Diese hohe Flexibilität ist der Grund für den Erfolg diese Software.

Sollen also die Kinder schon in der Grundschule Excel und Word lernen? Nicht unbedingt, aber falls man Software einsetzen will, dann muss diese über viel Flexibilität verfügen. Nur so kann man das Interesse dauerhafter sichern.

Dabei muss man immer beachten: Die Software sollte den Bezug zur Realität wahren. Um geschlechtsspezifische Verzerrungen zu unterbinden, sollte man gezielt Software einsetzen, die den Stereotypen widersteht.

Also Nähtechnik für Jungs und Ballerspiele für Mädchen? Das wird so nicht funktionieren. Es geht hier eher um die Art der Umsetzung der Software. Man kann Software so einsetzen, dass geschlechtspezifische Festlegungen eher vermieden werden. Manche Unterrichtspraktiker sind sogar der Meinung, dass man Informatikunterricht geschlechtsgetrennt durchführen soll. Damit haben sie sich zwar nicht beliebt gemacht, aber die Forschung hat eindeutig gezeigt, dass so die geschlechtsspezifischem Festlegungen eingedämmt werden konnten.

Quintessenz für Eltern: Gehen Sie mit Ihren Kindern in den Laden und suchen Sie gemeinsam die Software aus. Achten Sie darauf, dass die Software vielfältig anpassbar ist und Bezug zur Realität hat. Steuern Sie geschlechtsspezifischen Wünschen gezielt entgegen.

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